Maskenprofi.de

Atemschutzmasken - worauf ist zu achten?

Atemschutzmasken - worauf ist zu achten?

In heutigen Zeiten ist weniger bekannt, dass Atemschutzmasken nicht allein im medizinischen Betrieb eingesetzt werden, sondern auch im Handwerk und in der Industrie. Denn Atemschutzmasken schützen nicht nur gegen Keime, sondern auch gegen Staub und Chemikalien. Derzeit kursieren alle möglichen Varianten von Atemschutzmasken, von selbstgenäht bis zur höchsten Schutzklasse FFP3. Es ist Zeit, sich ein wenig Überblick zu verschaffen, welche Atemschutzmaske was kann.

Die wichtigste Unterscheidung, die hierbei zu treffen ist, ist die zwischen einem einfachen "Mund-Nasen-Schutz" (MNS) und "Partikelfilternden Halbmasken" (englisch: filtering face piece, ffp).

Mund-Nasen-Schutz: Keine effektive Filterleistung, dennoch bedingt als Fremd- und Eigenschutz einsetzbar

Beim Mund-Nasen-Schutz handelt es sich um Masken meist aus einlagiger Zellulose. Sie werden von medizinischem und pflegerischem Personal verwendet. Das Produkt ist landläufig auch unter dem Begriff "OP-Maske" bekannt. Damit ein Mund-Nasen-Schutz im medizinischen Bereich angewendet werden kann, bedarf es bei der Herstellung einer Prüfung. Die Masken müssen den Anforderungen nach DIN EN 14683 ("medizinische Gesichtsmasken") erfüllen. Ihr Zweck ist die Reduktion der Übertragung infektiöser Keime von Personal auf Patienten. Aber auch andersherum können Patienten mit Infektionen eine medizinische Gesichtsmaske tragen, um die Ansteckung des Personals zu minimieren. Sie dienen sie vor allem als "Spritzschutz". Das heißt, sie halten größere Feuchtigkeitstropfen, die möglicherweise keimbelastet sind, davon ab, in den Mund-Nasenraum der Träger einzudringen und bilden eine mechanische Barriere, wenn der Träger selbst infiziert ist und infektiöse Flüssigkeit zum Beispiel bei Niesen und Husten ausstößt.

Nicht zuletzt verhindern solche Masken das Berühren der abgedeckten Gesichtspartie mit möglicherweisen keim- und virenbelasteten Händen. Der Atemwiderstand dieser Produkte ist relativ gering, sodass sie länger am Stück getragen werden können. Allerdings durchfeuchten sie meist schon nach wenigen Stunden, sodass die Masken dann dringend ausgewechselt werden sollten.

Da im Zuge der Covid-19-Pandemie medizinischer Mund-Nasen-Schutz teilweise kaum noch verfügbar ist, kursieren im Internet diverse Anleitungen zur Herstellung von Mund-Nasen-Schutz aus textilen Materialien zum Selbernähen. Je nach verwendetem Stoff, vorzugsweise wird dichtgewebte Baumwolle empfohlen, weisen solche Atemmasken eine ähnliche, in Bezug auf Viren allerdings relativ geringe Schutzwirkung auf. Der Vorteil von textilem Mundschutz liegt darin, dass Stoff im Gegensatz zu Zellulose gewaschen und mehrfach verwendet werden kann. Tatsächlich gehen einige medizinische und pflegerische Einrichtungen derzeit dazu über, mit textilen Schutzmasken zu arbeiten. Strenggenommen handelt es sich bei diesen Produkten allerdings nicht um Atemschutzmasken, weil ihre Filterleistung und damit auch der Schutz vor Viren, die in kleineren Aerosolen enthalten sind, zu gering sind.

FFP2-Maske: Einsatz in Industrie, Handwerk und Medizin

Aus der englischen Bezeichnung für "Partikelfilternde Halbmasken", englisch: filtering face piece, stammt die Abkürzung "FFP", die derzeit häufig im Zusammenhang mit Atemmasken verwendet wird. Ein erster Orientierungspunkt ist die europäische DIN Einzelnorm (EN) 149. Diese beschreibt die Anforderungen an partikelfilternde Halbmasken. Der Zweck von FFP-Masken ist der Schutz des Trägers gegen Aerosole, die feste (Staub) oder flüssige (Tröpfchen) Partikel enthalten, die ungefiltert eingeatmet schädliche Wirkungen entfalten würden. Je nach Durchlässigkeit für solche Partikel werden FFP-Masken in drei Klassen unterteilt. Eine FFP1-Atemschutzmaske schützt zu 78 Prozent gegen schädliche Stoffe und Aerosole, eine FFP2-Maske bereits zu 92 Prozent und eine FFP3-Maske zu 98 Prozent. Die Filtereigenschaften dieser Masken kommen durch den Einsatz von mehreren desinfizierenden und feuchtigkeitsabsorbierenden Lagen Material zustande. Die unterschiedlichen Filterleistungen bestimmen auch den Einsatz solcher Masken.

Die FFP1-Masken können auch als Staubmasken bezeichnet werden und werden eingesetzt, um ungiftige Staub- und Rauchpartikel abzuhalten. Die Schutzwirkung von FFP2- und FFP3-Masken ist wesentlich höher. Sie sind in der Lage, auch krebserregende Staubpartikel (wie Asbest) und im Fall der FFP3 Masken sogar radioaktive Partikel vor dem Eindringen in das Atemsystem abzuhalten. Solche Masken werden in Laboren und Hochsicherheitseinrichtungen wie Atomkraftwerten getragen. Daneben schützen FFP-Atemschutzmasken auch bei der industriellen Verarbeitung, zum Beispiel beim Schleifen, Bohren, Reinigen und Sprayen. Ein wirklich effektiver Schutz vor Viren und Bakterien wird erst ab der FFP3-Klasse erreicht, dennoch wird im Zuge der Covid-19-Pandemie dem medizinischen Personal derzeit auch das Tragen von FFP2-Masken empfohlen. Denn wenn diese korrekt getragen werden, können auch Schutzmasken der Klasse FFP2 bereits signifikant vor infektiösen Tröpfchen und dem Eindringen von Bakterien und Viren in das Atemsystem schützen.

Was ist beim Tragen von FFP-Masken zu beachten?

FFP-Masken sind in den meisten Fällen Einmalprodukte, die bereits nach wenigen Stunden Tragezeit ihre Wirksamkeit verlieren. Einige Hersteller bieten wiederverwendbare FFP2- und FFP3-Masken an, die an der Dichtlippe (den Rändern) durch Desinfektionsmittel gereinigt werden können. Entscheidend für die Schutzwirkung ist das richtige Tragen und Anlegen der Maske. Diese muss absolut dicht schließen. Die meisten Masken haben hierzu im oberen Bereich einen Nasenbügel, der individuell an die Gesichtsform angelegt werden kann.

Zu beachten ist, dass Bartträger eine geringere Schutzwirkung zu erwarten haben, da sich Feuchtigkeit und Partikel in den Haaren absetzen und verbreiten können, daher empfiehlt sich eine gründliche Rasur vor dem Tragen. Die meisten FFP-2-und-3-Masken enthalten einen Ausatemfilter, der den Atemwiderstand etwas herabsenkt. Generell ist daran zu denken, dass das Atmen durch FFP2- und 3-Schutzmasken durch die Filterschichten der Maske generell etwas erschwert ist, weshalb gerade unter Belastung die Tragedauer begrenzt ist und Pausen eingelegt werden sollten. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt angesichts der Covid-19-Epidemie, dass bei Knappheit an Schutzmaterialien medizinisches Personal auch Einweg-Atemschutzmasken nach Lüftung und Trocknung während eines ganzen Arbeitstages wiederverwenden können, sofern sie von derselben Personen wiederverwertet werden.