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Was ist eine FFP2 Atemschutzmaske?

Was ist eine FFP2 Atemschutzmaske?
FFP2 Atemschutzmasken gehören zur persönlichen Schutzausrüstung von Personal im Handwerk, der Medizin und vielen anderen Bereichen. Die partikel-filternden Halbmasken schützen den Träger vor lungengängigen Substanzen wie Aerosol (Flüssigkeitsnebel), Rauch und Staub. Was eine FFP2 Atemschutzmaske leistet, wie sie richtig verwendet wird und wie lange sie haltbar ist - hier zum Nachlesen.

Wovor schützt eine Atemschutzmaske?

Generell verhindern Atemschutzmasken die Aufnahme von festen und flüssigen Schadstoffpartikeln aus der Luft. Um welche Schadstoffpartikel es sich handelt, hängt vor der Tätigkeit des Trägers ab.

Personen in Handwerk und Industrie können beispielsweise Staub oder Rauch aus Aluminium, Asbest, Glasfaser oder Holz ausgesetzt sein.

Personen im medizinischen Bereich können infektiösen Aerosolen (respiratorische Tröpfchen und Tröpfchenkerne, die Bakterien, Pilze und Viren enthalten) ausgesetzt sein.

Je nach Art und Konzentration der Schadstoffpartikel muss bei der Arbeit eine entsprechende Atemschutzmaske getragen werden. Atemschutzmasken unterliegen einem Klassifizierungssystem und werden gemäß DIN EN 149:2001 und A1:2009 in drei Schutzklassen unterteilt: FFP1, FFP2, FFP3. Das Kürzel FFP steht dabei für die englische Bezeichnung "filtering face piece". Geprüfte Masken sind mit einem EN 149-Aufdruck und dem CE-Zeichen gestempelt. Die Prüfung wird mit einem NaCl-Prüfaerosol durchgeführt.

Überblick der Schutzklassen bei Atemschutzmasken - und wovor sie schützen

Die Schutzklassen bei Atemschutzmasken beziehen sich auf den Arbeitsschutz, also die Arbeit mit bestimmten schädlichen Stoffen oder in einer Umgebung, in der bestimmte schädliche Stoffe zu erwarten sind. Die Klasse FFP3 bietet den umfassendsten Arbeitsschutz, sie ist aber nicht in allen Situationen sinnvoll, wie der Überblick über die Schutzklassen zeigt.

FFP1: Atemschutzmasken der Klasse FFP1 sind geeignet für Situationen, in denen keine giftigen oder fibrogenen Aerosole und Stäube zu erwarten sind. FFP1-Masken filtern mindestens 80 Prozent der sich in der Luft befindlichen Partikel (bis zu einer Größe von 0,6 Mikrometer). Diese Filterklasse schützt bei der Arbeit nicht gegen biologische Arbeitsstoffe (kurz Biostoffe) der Risikogruppen 2 und 3 (darunter Hepatitis-A-Virus und SARS-CoV-2), Enzyme, krebserzeugende sowie radioaktive Stoffe. Atemschutzmasken dieser Schutzklasse kommen beispielsweise im Bauwesen und in der Nahrungsmittelindustrie zum Einsatz.

FFP2: Atemschutzmasken der Klasse FFP2 sind geeignet für Situationen, in denen sich erbgutverändernde und gesundheitsschädliche Stoffe in der Luft befinden. Eine FFP2 Atemschutzmaske filtert mindestens 94 Prozent der in der Luft befindlichen Partikel (bis zu einer Größe von 0,6 Mikrometer). Diese Filterklasse schützt bei der Arbeit nicht gegen Biostoffe der Risikogruppe 3 (beispielsweise HI-Virus, Influenza-A-Virus H5N1 und SARS-CoV-2), Enzyme und Partikel radioaktiver Stoffe. Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP2 werden etwa im Bergbau, der Metallindustrie und der Medizin verwendet. Im medizinischen Bereich gelten FFP2 Atemschutzmasken in bestimmten Situationen auch gegen Biostoffe der Risikogruppe 3 als ausreichend. Konkret kann medizinisches Personal eine FFP2 Atemschutzmaske beim Rettungstransport und während des Patientenkontakts tragen, wenn Hustenstöße beim Patienten zu erwarten sind. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) stellt in der Regel das Tragen "einer gut angepassten FFP2-Maske aber einen geeigneten Schutz vor infektiösen Aerosolen, einschließlich Viren dar, da davon ausgegangen werden kann, dass diese an kleinste Tröpfchen oder Tröpfchenkerne gebunden sind".

FFP3: Atemschutzmasken der Klasse FFP3 sind geeignet für Situationen, in denen eine Atemluftbelastung mit giftigen, krebserregenden oder radioaktiven Partikeln zu erwarten ist. Auch gegen Biostoffe der Risikogruppe 3 und 4 (zum Beispiel Ebolavirus und SARS-CoV-2) ist der Schutz gegeben. Masken dieser Schutzklasse filtern mindestens 99 Prozent der in der Luft befindlichen Partikel (bis zu einer Größe von 0,6 Mikrometer) und werden etwa in der chemischen Industrie und in der Medizin verwendet. Im medizinischen Bereich sind sie für besonders infektiöse Krankheiten (etwa Ebola) oder Situationen mit hoher Partikelkonzentration (Hustenprovokation durch Bronchoskopie oder Intubation bei Covid-19-Patienten) vorgesehen. Bei der Entscheidung zwischen einer FFP2 Atemschutzmaske und einer Maske der höheren Kategorie steht somit die Berücksichtigung der Gefährlichkeit des Erregers und dessen Infektionsdosis beziehungsweise die Partikelkonzentration in der Umgebung im Mittelpunkt.

Haltbarkeit von Atemschutzmasken

FFP Atemschutzmasken bestehen aus verschiedenen Filtermaterialien, die eine beschränkte Aufnahmekapazität und Haltbarkeit haben.

Eine FFP2 Atemschutzmaske kann ein Einmalprodukt oder wiederverwendbar sein. Wiederverwendbare Produkte sind im Handwerk und in der Industrie deutlich üblicher als im medizinischen Bereich. Ob eine Atemschutzmaske wiederverwendet werden kann, ist an der folgenden Kennzeichnung erkennbar:

NR = nicht wiederverwendbar, für den Einmalgebrauch/maximal für eine Schicht
R = wiederverwendbar, sofern definierte Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt werden

Wichtig: Im medizinischen Bereich spielen Hygienefaktoren eine weitaus größere Rolle als im Handwerk oder der Industrie. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, werden daher größtenteils Atemschutzmasken für den Einmalgebrauch verwendet, die teils nach jedem Patienten gewechselt werden.

Atemschutzmasken für den Einmalgebrauch lassen sich in der Regel nicht wiederverwenden, was am verwendeten Filtermaterial liegt (ist die Aufnahmekapazität vollständig erreicht, lässt sie sich nicht wieder herstellen/auf null setzen).

Partikel-filtrierende Masken für den Einmalgebrauch sind meist preiswerter als wiederverwendbare Masken.

Darüber hinaus besitzen alle Atemschutzmasken eine Haltbarkeit von mehreren Jahren (z .B. fünf Jahre). Das Produktionsdatum (Monat/Jahr) und das Ablaufdatum (Monat/Jahr) sind jeweils auf der Verpackung, teilweise auch auf der Maske selbst, aufgedruckt. Nach Ablauf der Haltbarkeit ist die Schutzleistung nicht mehr zu garantieren.

Richtige Anwendung von Atemschutzmasken

Für effektiven Schutz bei der Arbeit beziehungsweise eine wirksame Infektionsprophylaxe im medizinischen Bereich ist die korrekte Anwendung von Atemschutzmasken essenziell. Eine FFP2 Atemschutzmaske kann eine Form- oder Faltmaske sein, über ein Ventil oder kein Ventil verfügen sowie metallfrei oder mit Nasenclip gefertigt sein. Unabhängig von der Ausführung muss die Maske dicht anliegen (beispielsweise verhindert ein Bart, dass die Maske dicht am Gesicht anliegt). Beim Anlegen sollte die Maske von allen Seiten ans Gesicht gepresst werden (ggf. Nasenbügel einstellen). Für besseren Halt können die Gummibänder über Kreuz gelegt werden.

Ein einfacher Test zeigt, ob die FFP2 Atemschutzmaske richtig sitzt. Dazu gibt es zwei Methoden: Leichtes Ausatmen erzeugt Überdruck. Das Einatmen erzeugt Unterdruck. Ist die Maske dicht, bleiben Über- oder Unterdruck bis zum nächsten Atemzug bestehen (bei Masken mit Ventil muss dieses vor dem Test verschlossen werden).

Zur richtigen Anwendung von Atemschutzmasken gehört auch das Thema Entsorgung. Denn vor allem im medizinischen Bereich beziehungsweise während einer Pandemie stellen gebrauchte Atemschutzmasken ein Infektionsrisiko dar (Krankheitserreger können auf der Oberfläche anhaften). Daher gehören Einmal-Atemschutzmasken sofort nach dem Absetzen in einen verschließbaren Plastikbeutel über den Hausmüll entsorgt. Nach dem Anfassen der Maske ist eine gründliche Händehygiene wichtig.